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Handelskriege schmerzen - Edelmetalle als Oase in der Rohstoff-Wüste


30.08.2019 - 13:50:00 Uhr
WisdomTree Europe

London (www.aktiencheck.de) - Präsident Trumps und Präsident Xis endloses Zaudern bei den Handelsgesprächen tragen zur Angst auf dem Markt bei, so die Experten von WisdomTree Europe.

Nicht nur die Rohstoffmärkte, auch die großen Aktienmärkte und andere zyklische Anlagen würden leiden. Das Zaudern der Lenker beider Supermächte erinnere an König Midas legendäre Macht in der griechischen Mythologie. Edelmetalle - insbesondere Gold und Silber - scheinen die Oase in der ausgetrockneten Wüste der Investitionsmöglichkeiten zu sein, so die Experten von WisdomTree Europe. In diesem Monat gehe es nicht nur um Handelskriege, die Investoren Sorgen bereiten würden: Geopolitische Bedenken im Nahen Osten, die Wirtschaftskrise in Argentinien, ein womöglich harter Brexit und soziale Unruhen in Hongkong - um nur einige Themen zu nennen.

Die Panik beanspruche die Märkte, viele Kommentatoren würden von der nächsten globalen Rezession sprechen. Eine vorübergehende Umkehrung der US-Anleihezinskurve sei von vielen als unheilvolles Zeichen für eine möglicherweise bevorstehende US-Rezession angesehen worden. Negative Bruttoinlandsprodukte in Großbritannien und Deutschland im zweiten Quartal 2019 würden als Problembeschleuniger wirken. Obwohl die Experten darauf verweisen würden, dass es in der Vergangenheit mehr Kurveninversionen als Rezessionen gegeben habe und die Inversion sowieso nur vorübergehend gewesen sei. Es ist klar, dass sich die Aufmerksamkeit der Anleger und der Zentralbanker nun auf die Vermeidung der nächsten Krise konzentriere.

Die Diskussionen darüber, wie die nächste Krise vermieden werden könne, würden beim Jackson Hole Symposium noch in dieser Woche anschwellen. Auf der in Wyoming stattfindenden Konferenz würden Zentralbanker, Wissenschaftler und Ökonomen aus der ganzen Welt ihre Ansichten austauschen. In einer Phase von Handelskriegen und wetteifernden Währungsabwertungen stelle sich die Frage, ob die Zentralbanken bereit seien, eine globale Antwort zu geben, oder ob es im Ergebnis bei einer "Beggar-the-neighbour" Politik komme, die einem einzelnen Land auf Kosten anderer Länder helfe?

Die Furcht vor Letzterem werde die Entschlossenheit des Marktes, defensive und schwer zu verwertende Hard Assets zu halten, noch einmal verfestigen. Da wir wissen, dass Handelskonflikte von bestimmten politischen Entscheidungsträgern an sich leicht gelöst werden können, besteht auch die Gefahr, dass es verfrüht sein könnte, wenn die Notenbanken den Markt mit Liquidität überschwemmen, da dies die Vermögenswerte weiter verzerren könnte, so die Experten von WisdomTree Europe. In dieser Phase der Unsicherheit würden die Anleger zu Recht nach Absicherungsinstrumenten greifen.


17 Billionen US-Dollar negativ verzinsliche Anleihen weltweit und die Angst vor einem konjunkturellen Abschwung könnten Investoren dazu veranlassen, nach alternativen Anlagen zu suchen. Rohstoffe seien wahrscheinlich eine Anlaufstelle. Obwohl einige davon im Fadenkreuz des Handelskrieges stünden, würden die Vorteile von Finanzinstrumenten, die durch harte Vermögenswerte gestützt würden, genau analysiert. Das Argument für Zero-Yielding-Assets wie Gold und Silber sei aus historischer Sicht stark, wenn die Alternativen dazu Assets mit negativen Erträgen seien.

Ergebnisse nach Sektoren:

- Agrarrohstoffe stünden im Mittelpunkt des US-amerikanischen und chinesischen Handelskonflikts. Steigende Handelsspannungen in Verbindung mit besser als erwarteten Ernteprognosen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) hätten die Performance der meisten Agrarrohstoffe im vergangenen Monat beeinträchtigt, mit Ausnahme von Sojaöl. Die Short-Positionierung bei den meisten Agrarrohstoffen mit Ausnahme von Sojaöl und Lean-Schweinen sei gestiegen und unterstreiche das Bären-Sentiment.

- Edelmetalle seien eine Oase in der ausgetrockneten Wüste der Rohstoffe gewesen. Die defensiven Eigenschaften von Gold und Silber seien in verunsicherten Finanzmärkten gefragt, wo nicht absehbar sei, wie sich die Finanzmärkte entwickeln würden, wenn Handelskriege andauern und sich die Zentralbanken auf der ganzen Welt auf eine einfache politische Festlegung einstellen würden.

- Industriemetalle stünden unter Druck angesichts des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts. Sie seien aufgrund ihres zyklischen Charakters in der Regel Konjunktureinflüssen gegenüber am empfindlichsten. Die erneute Eskalation der Handelskriege, die Stärke des US-Dollars und die Abschwächung der chinesischen Wirtschaft hätten den Industriemetallkomplex belastet.

- Globale Nachfragebedenken würden die Energiepreise nach unten treiben. Der Energiekomplex habe einen negativen Monat gehabt, da schwache Wirtschaftsdaten und die Fortsetzung des Handelsstreits zwischen den USA und China Bedenken hinsichtlich einer geringeren Nachfrage über einen längeren Zeitraum hätten aufkommen lassen. (30.08.2019/ac/a/m)






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