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Globales Ölnachfragewachstum nach Wachstumsdelle in Q2 wieder auf dem Vormarsch


14.09.2018 - 09:20:53 Uhr
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Die Preise für Rohöl sind in den vergangenen Handelstagen wieder spürbar angestiegen, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Die Nordseesorte Brent notiere gegenwärtig bei 79,5 US-Dollar/Barrel (+1,6% ggü. Vorwoche). Nicht nur die Nachfrage der Finanzanleger, die wegen einer "risk-on"-Stimmung an den Finanzmärkten, eines etwas schwächeren US-Dollar und der Erwartung zurückgehender Iran-Exporte primär auf der Käuferseite seien, sei kräftig, sondern auch die physische Nachfrage bleibe robust. So sei seit Juli eine Wachstumsbeschleunigung bei der Ölnachfrage zu beobachten, trotz sich abkühlender Konjunkturindikatoren und einer schwachen Nachfragedynamik in den beiden Vormonaten.

In der Vergangenheit haben wir bereits mehrfach auf ein sehr robustes Ölnachfragewachstum in diesem als auch im nächsten Jahr hingewiesen, so die Analysten der HSH Nordbank AG. Nach einer Wachstumsdelle im zweiten Quartal mit einer Veränderungsrate von nur rund 1 Mio. Barrel/Tag YoY sei die Nachfrage nach Öl und raffinierten Produkten im Juli um durchschnittlich 2,4 Mio. Barrel/Tag YoY gewachsen. Für den August liegen uns Daten aus fünf Ländern vor, die für rund 85% des Ölnachfragewachstums stehen, so die Analysten der HSH Nordbank AG. Anhand dieser Daten würden die Analysten das Nachfragewachstum im vergangenen Monat auf 2,1 Mio. Barrel/Tag YoY schätzen.


Das Nachfragewachstum in den USA und China steche besonders hervor. In Amerika sei der Verbrauch von Öl in den Sommermonaten gegenüber dem Vorjahr um fast eine Million Barrel/Tag angestiegen und auch in China habe sich das Wachstum mit mehr als 1,3 Millionen Barrel/Tag im Juli und etwa 700 Tausend Barrel/Tag im August stark gezeigt. Auffällig sei zudem, dass China im August mit 9,04 Mio. Barrel/Tag rund 12,9% mehr als im Vorjahr importiere. Insgesamt habe das Land in den ersten acht Monaten mit rund 70 Millionen Barrel 6,5% mehr Rohöl als im Vorjahr eingeführt.

Besonders bemerkenswert sei, dass das Wachstum weiterhin recht breit gefächert sei, obwohl sich mit Blick auf die Expansionszahlen der Länder eine Wachstumsdivergenz zwischen Industrie- und Schwellenländern andeute. Regional sei das Ölnachfragewachstum im Vergleich zu den letzten Jahren in den westlichen Industrieländern am stärksten. So sei die Nachfrage nach Rohöl dort schneller als die gesamte Wirtschaftsaktivität gewachsen. Die regionalen Unterschiede seien dennoch enorm: Während in den entwickelten Volkswirtschaften die industrielle Nachfrage ausschlaggebend für das Wachstum sei, treibe in den aufstrebenden Volkswirtschaften der Konsum die Nachfrage nach Petroleumprodukten an.

Die gegenwärtige Stärke bei der Nachfrage sei auch an den globalen Raffinerie-Spreads abzulesen. Diese hätten im Juli und August auf recht hohen Niveaus notiert. Auch die globalen "timespreads" (Differenzen zwischen den einzelnen Futurekontrakten) bei Rohöl und den Ölprodukten deute auf eine intakte Nachfrage hin.

Mit Blick auf das Gesamtjahr halten wir an unserer optimistischen Wachstumsprognose von 1,7 Mio. Barrel/Tag oberhalb des IEA-Konsens (1,4 Mio. Barrel/Tag) fest, so die Analysten der HSH Nordbank AG. Zwar sei das zweite Quartal nicht überzeugend gewesen, aber die Beschleunigung im dritten Quartal sowie die üblicherweise höhere Nachfrage im Jahresschlussquartal würden die Analysten zuversichtlich stimmen. (Ausgabe vom 13.09.2018) (14.09.2018/ac/a/m)






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