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Rohöl: US-Waiver entspannen Angebotssituation und sorgen für weiteren Abgabedruck


05.11.2018 - 15:19:00 Uhr
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Mit erneut deutlichen Abschlägen führte sich der negative Preistrend an den Ölmärkten in der letzten Woche vor Beginn Iran-Sanktionen fort, sodass das Barrel Brent bei USD 72,75 um -6% leichter schloss als in der Vorwoche, so die Analysten der NORD LB.

Die Erwartung steigender Preise im Rahmen rapide fallender Iranexporte offenbare sich aktuell als Fehlantizipation. Die Exportmengen würden weniger fallen als erwartet, während die USA, Russland und Saudi Arabien auf sehr hohen Niveaus auf/nahe ihrer Allzeit-Hochs fördern würden. Mit der Verkündung der US-Regierung, nach der insgesamt acht Importeure iranischen Öls in der Anfangsphase der Sanktionen eine Ausnahmegenehmigung (Waiver) erhalten würden, seien nun die Rahmenbedingungen geschaffen, in denen der Pries-Abgabedruck weiter bestehen könne. Da neben Südkorea und der Türkei die Namen der anderen sechs betroffenen Importeure unbekannt seien, seien die Auswirkungen auf die Angebots-Nachfrage-Bilanz und damit auch auf die Preise jedoch nur schwer abzuschätzen. Wichtig sei zudem die ungewisse Dauer der Waiver. Nach US-Recht betrage diese maximal 180 Tage. Argumentationen würden sich sowohl für eine kurz- und eine längerfristige Gewährung finden.

In beiden Fällen würden die Waiver der US-Regierung in der aktuell anstehenden Mid-Term-Wahl helfen, da sich Präsident Trump mehrfach als Kämpfer für niedrigere Ölpreise positioniert habe und ein sprunghafter Anstieg der Ölpreise im Zuge eines harten Sanktionsbeginns diesem Bild sicher nicht zuträglich wäre. Gleichzeitig würden die Einschnitte in den iranischen Haushalt durch die Waiver deutlich an Schärfe verlieren, womit aus rein politischer Sicht eine kurze Dauer der Waiver nahe liege. Auf der anderen Seite könnte Trump im Sinne dauerhaft geringerer Treibstoffpreise die Ausnahmegenehmigungen so lange aufrecht erhalte, bis die Fertigstellungen zusätzlicher Pipelinekapazitäten in den USA die dann erwarteten Einschnitte in die globalen Rohölexporte kompensieren könne. In jedem Fall würden die Analysten der NORD LB die aktuelle Entwicklung trotz der hohen Unsicherheit als Anlass nehmen, ihre Preisprognosen leicht zu kürzen. Sollte sich die auskömmliche Angebotslage an den Märkten bis zum nächsten Treffen der OPEC im Dezember fortsetzen, dürfte das Thema erneuter Produktionskürzungen wieder auf die Agenda gesetzt werden. (05.11.2018/ac/a/m)




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