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DWS ESG Multi Asset Dynamic Fonds: "Ich möchte Teil der Lösung sein" - Fondsanalyse


18.02.2020 - 12:00:00 Uhr
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Gunnar Friede managt den DWS ESG Multi Asset Dynamic (ISIN LU2050544563/ WKN DWS23P) bereits seit 15 Jahren, so die Experten von DWS.

Die Ausrichtung an DWS-Nachhaltigkeitskriterien habe der Wertentwicklung des Fonds bislang nicht geschadet - im Gegenteil, sage der Fondsmanager im Interview.

Herr Friede, Sie managen seit über 15 Jahren den DWS ESG Multi Asset Dynamic. Was zeichnet ihn aus?

Nun, das ist ein sehr erfolgreicher Mischfonds, der versucht, das Optimum zwischen Nachhaltigkeits- und finanziellen Aspekten in einer Fondslösung zu bündeln. Ich würde zwei Dinge hervorheben: Zum Ersten die starke Wertentwicklung des Fonds seit seiner Auflegung 2005. Und zum Zweiten natürlich unseren umfassenden ESG-Ansatz, der uns von vielen herkömmlichen Multi-Asset-Fonds unterscheidet.

Bitte beschreiben Sie die Anlagephilosophie des Fonds.

Der DWS ESG Multi Asset Dynamic investiert in die höherrentierlichen Teile des Marktes - vor allem in Aktien und Unternehmensanleihen. Zudem verfolgt er seit vielen Jahren eine Strategie, die auf die Reduzierung von Portfolio-CO2-Emissionen ausgerichtet ist. Bei uns sind beispielsweise fossile Rohstoffe vollständig ausgeschlossen. Auf der anderen Seite investieren wir ganz bewusst in Bereiche, die die Energiewende voranbringen, also zum Beispiel in die Wertschöpfungskette der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Unternehmen, die einen Beitrag zu diesen Themen leisten, machen aktuell etwa ein Drittel des Portfolios aus. Das Schöne an einem Multi-Asset-Fonds ist natürlich, dass das Fondsmanagement dafür die ganze Klaviatur der Anlageinstrumente nutzen kann - inklusive Green Bonds.

Was ist denn der Vorteil dieser breiten Mischung aus verschiedenen Anlageklassen?

Wir haben einfach viel mehr Möglichkeiten, um Chancen auf den unterschiedlichen Märkten zu nutzen. Zugleich können wir mit einer Mischung aus weltweiten Aktien und Anleihen die Schwankungen einzelner Anlageklassen teilweise ausgleichen und damit das Risiko mindern.

Und wie genau finden Sie heraus, welche Wertpapiere überhaupt den Nachhaltigkeitsstandards bei Umweltschutz, sozialem Verhalten sowie guter Unternehmensführung genügen?

Dafür haben wir ein firmeneigenes Softwaresystem entwickelt, die sogenannte ESG Engine. Sie ist in der Lage, diejenigen Anlageobjekte zu identifizieren, die unseren ESG-Kriterien entsprechen. Dahinter steckt ein mehrstufiger Prozess, bei dem zunächst bestimmte Aktivitäten wie Kohle-, Tabak- oder Waffen-Hersteller ausgeschlossen werden. Außerdem werden Unternehmen, die anerkannte soziale, ökologische oder geschäftsethische Normen verletzen, ebenfalls aussortiert. Die verbleibenden Wertpapiere werden gemäß unserer ESG-Kriterien bewertet und in sechs Kategorien geordnet. Das Spektrum reicht von "A" - das sind die ESG-Vorreiter, bis "F" - das sind die ESG-Nachzügler. Für unseren Fonds wählen wir vor allem Anlageobjekte aus der besseren Hälfte aus. In geringem Umfang mischen wir Unternehmen mit Verbesserungspotenzial aus dem D-Band hinzu.

Welche Rolle spielt der Kohlendioxid-Ausstoß für Ihre Auswahl?

Eine sehr große. Die Messung des CO2-Fußabdrucks ist ein eigener Schritt im Prüfprozess. Die schlechtesten 25 Prozent werden dabei von vorneherein ausgeschlossen. Der CO2-Fußabdruck des Fonds ist etwa zwei Drittel geringer im Verhältnis zu einer vergleichbaren Referenz. Zudem prüfen wir auch den positiven oder negativen Effekt durch die Nutzung der Produkte und Dienstleistungen.

Wie gehen Sie bei Anleihen vor?


Bei Unternehmensanleihen ist das Bewertungssystem genauso wie bei Aktien. Für Staatsanleihen gibt es eine separate Logik, die unter anderem die demokratischen Grundrechte hoch gewichtet. Innerhalb der Anleihen haben wir zurzeit einen hohen Anteil in Green Bonds investiert. Darüber hinaus investieren wir aktiv bei Emittenten wie der Europäischen Investitionsbank oder der KfW, deren Kreditportfolios zu einem hohen Anteil für nachhaltige Projekte eingesetzt werden.

Strukturierte Vorgehensweise ist das eine. Aber in der Regel haben Fondsmanager darüber hinaus auch eine persönliche Handschrift, die einen Fonds prägt. Welche ist Ihre?

Für mich ist neben den sozialen und Prinzipien der guten Unternehmensführung (Governance) das Thema Umwelt sehr wichtig. Ich schaue sehr genau auf die ökologischen Leistungskriterien, also nicht nur auf die CO2-Effizienz- und Vermeidung, sondern auch auf den Wasserverbrauch oder den Recyclinganteil. Darüber hinaus möchte ich aber nicht nur vermeiden und ausschließen, sondern auch Teil einer Lösung sein. Deshalb investiere ich auch in die Wertschöpfungskette der erneuerbaren Energien oder in Forstunternehmen, die per Saldo Aufforsten.

Und wie finden Sie geeignete Kandidaten, die diese Kriterien erfüllen?

Finanzielle und extra-finanzielle Aspekte müssen Hand in Hand gehen. Neben der quantitativen Vorauswahl schaue ich mir genau an, welche Ziele sich die Unternehmen für die Zukunft setzen und wie ganzheitlich das Unternehmen Nachhaltigkeit berücksichtigt. Ratings oder ESG-Kennzahlen bilden vor allem die Vergangenheit ab. Noch wichtiger ist natürlich der Ausblick. Deshalb ist die Nachhaltigkeitsstrategie für mich eine sehr wichtige Maßgabe bei der Auswahl der Unternehmen. Zudem finde ich die glaubhafte Entwicklungsperspektive der Unternehmen extrem relevant.

Warum ist es überhaupt wichtig, dass sich Investoren mit ESG beschäftigen?

ESG-Kriterien erweitern die Perspektive über Unternehmen. Ich wage zu behaupten, dass Firmen mit guter ESG-Wertentwicklung die besser und umsichtiger geführten Unternehmen sind. Investoren, die nur auf die klassischen Finanzindikatoren schauen, lassen viele wichtige Werttreiber außer Acht, die später finanziell relevant werden können wie Arbeitsbedingungen, Umweltstandards oder Unternehmensethik. Solche Fragen können langfristig über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Es lohnt sich also, sich damit zu beschäftigen. Es ist Teil der Verantwortung gegenüber unseren Investoren und der Gesellschaft.

Zurzeit gibt es einen ziemlichen Hype um ESG. Besteht nicht die Gefahr, dass das Thema irgendwann totgeritten ist?

Das glaube ich nicht. Bei ESG handelt es sich nicht um eine Modeerscheinung, sondern um einen strukturellen Trend. Vor zehn Jahren haben große Teile der Branche noch darüber diskutiert, ob es überhaupt statthaft wäre, Nachhaltigkeitskriterien als Teil seiner treuhänderischen Verantwortung in den Investmentprozess zu integrieren. Mittlerweile ist das zumindest in der Europäischen Union klar definiert. Ich bin deshalb ziemlich sicher, dass ESG schon sehr bald die neue Normalität sein wird. Auch wenn es im Moment in Europa schnell vorangeht - zu einer breiten und ganzheitlichen ESG-Integration ist es für die Branche noch ein Weg.

Hat die Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien denn tatsächlich messbare Auswirkungen auf die Wertentwicklung?

Ja, das ist der Fall. Und es ist übrigens keineswegs so, dass Anleger ihr gutes Gewissen mit einer schwächeren Wertentwicklung bezahlen müssten - ganz im Gegenteil.

ESG lohnt sich also auch finanziell?

Ja, es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Studien, die genau das belegen. Bei Fondsvergleichen sowohl in den USA als auch in Europa sieht man ebenfalls, dass sich ESG-Fonds in den letzten Jahren leicht besser schlagen als ihre traditionellen Wettbewerber. Gleichzeitig gibt es nennenswerte Mittelumschichtungen in ESG-konforme Anlagen, was für weiteren Rückenwind sorgen könnte.

In jüngster Zeit haben Sie die Aktienquote des Fonds kräftig nach unten gefahren. Wie sieht Ihre Prognose für die kommenden Monate aus?

Grundsätzlich halten wir Aktien im Verhältnis zu den anderen Anlageklassen aktuell immer noch für attraktiv. Gleichzeitig aber haben die Bewertungen ja mittlerweile ein ganz ordentliches Niveau erreicht, und das bei zunehmenden geopolitischen und ökonomischen Risiken. Deshalb ist auch unser Fonds im Moment nicht mit Vollgas unterwegs. Der DWS ESG Multi Asset Dynamic ist ja ein Mischfonds. Das bedeutet, dass wir das Ziel haben, an den Aktienmärkten zu partizipieren, gleichzeitig aber die Risiken kontrollieren wollen. Und dazu gehört eben auch, dass wir nach einer Rally wie im vergangenen Jahr die Aktienquote temporär etwas zurückfahren. Trotzdem konnten wir vom Aufschwung im letzten Jahr mit einem Wertzuwachs von über 20 Prozent profitieren und liegen auch seit Jahresanfang im Plus. Das zeigt, dass unsere Strategie bislang aufgegangen ist. (18.02.2020/fc/a/f)





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