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BNP Paribas-Zertifikate auf Platin und Palladium: Jetzt erst recht - Zertifikateanalyse


07.12.2017 - 10:30:00 Uhr
BNP Paribas

Paris (www.zertifikatecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" ein Mini Long-Zertifikat (ISIN DE000PS7JYY6/ WKN PS7JYY) und ein Mini Short-Zertifikat (ISIN DE000PB8T061/ WKN PB8T06) auf Platin sowie ein Mini Long-Zertifikat (ISIN DE000PR71QC0/ WKN PR71QC) und ein Mini Short-Zertifikat (ISIN DE000PB8T061/ WKN PB8T06) auf Palladium vor.

Palladium gehöre in diesem Jahr zu den Stars unter den Edelmetallen. Am 4. September habe der Palladiumpreis erstmals seit Februar 2001 wieder die Marke von 1.000 US-Dollar je Feinunze erreicht und damit seit Jahresanfang bereits rund 47 Prozent im Plus notiert. Die anderen bekannten Edelmetalle Gold, Silber und Platin könnten in diesem Jahr nicht annähernd Schritt halten. Einzig das weniger bekannte Rhodium habe noch etwas stärker zugelegt.

Der Grund, warum Palladium in diesem Jahr so stark gefragt sei, liege in der Entwicklung der Automobilbranche. Palladium sei, wie im Übrigen auch Platin und Rhodium, wegen seiner physikalischen Eigenschaften ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung von Abgaskatalysatoren für Verbrennungsmotoren. Das beim Verbrennungsvorgang entstehende Kohlenstoffmonoxid sowie die giftigen Stickoxide würden im Katalysator zu Kohlenstoffdioxid und weniger schädlichem Stickstoff umgewandelt. Zwar würden nur wenige Gramm der Edelmetalle in einem einzelnen Katalysator eingesetzt. Doch in der Summe würden die steigenden Auto-Verkäufe sowie die immer strengeren Umweltauflagen die Automobilbranche zum wichtigsten Käufer auf dem Platin- und Palladiummarkt machen. Laut dem weltgrößten Katalysator-Hersteller Johnson Matthey würden etwa 80 Prozent der weltweiten Palladium-Nachfrage aus der Automobilindustrie stammen. Bei Platin seien es etwas mehr als 40 Prozent.

Die globale Konjunktur erhole sich weiterhin prächtig: Der Indikator des Münchner ifo-Instituts für das Weltwirtschaftsklima sei zu Beginn des vierten Quartals auf das höchste Niveau seit mehr als sechs Jahren gestiegen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (kurz OECD) rechne 2017 mit einem Weltwirtschaftswachstum von 3,3 Prozent. Den Menschen gehe es besser, was sie häufig mit dem Kauf eines neuen Autos zum Ausdruck bringen würden.

Auch wenn der ein oder andere Autobauer mit Problemen kämpfe, der Automobilbranche gehe es blendend. Dies würden auch die jüngsten Absatzzahlen der deutschen Autobauer Volkswagen und Daimler verdeutlichen, die im Oktober jeweils neue Absatzrekorde erzielt hätten. Weltweit dürften laut der OECD in diesem Jahr knapp 85 Millionen Neuwagen verkauft werden, was im Vergleich zum Vorjahr in etwa dem Weltwirtschaftswachstum entspräche. 2018 solle sich das Wachstum in einem ähnlichen Tempo fortsetzen. Nur ein verschwindend geringer Anteil dieser Fahrzeuge werde nicht mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet und benötige demnach keinen Katalysator.

Doch nicht nur die Tatsache, dass die Zahl der verkauften Neuwagen jedes Jahr steige, lasse für die nächsten Jahre auf eine weiterhin hohe Nachfrage nach Palladium, Platin und Rhodium schließen. Auch strengere Umweltauflagen dürften die Nachfrage ankurbeln, denn bessere Abgaswerte könnten beim gegenwärtigen Stand der Technik nur durch eine erhebliche Kraftstoffersparnis oder eine höhere Menge an Edelmetallen im Katalysator erreicht werden.

Im September 2015 sei die Branche schwer erschüttert worden. Dem deutschen Autobauer Volkswagen sei vorgeworfen worden, die Abgaswerte bei Fahrzeugen mit Dieselmotor manipuliert zu haben, um die US-amerikanischen Abgasnormen zu erfüllen. Doch die Abgasaffäre bei Volkswagen sei nur der Auslöser einer weitreichenden Krise in der Automobilindustrie gewesen. Im Anschluss seien zahlreiche Studien durchgeführt worden, in denen teils erhebliche Abweichungen zwischen realen und Prüfstandemissionen auch bei anderen Herstellern festgestellt worden seien.


Der Dieselskandal habe mehr und mehr Aufmerksamkeit bekommen, was innerhalb der Branche für einen gewaltigen Wandel gesorgt habe. Mit einem Dieselmotor betriebene Fahrzeuge hätten in der Folge deutlich an Beliebtheit verloren, was sich in den Verkaufszahlen stark bemerkbar gemacht habe. In Deutschland sei zuletzt nur noch gut jede dritte Neuzulassung ein Dieselfahrzeug gewesen - vor dem Abgasskandal sei nahezu jeder zweite Neuwagen mit einem Dieselmotor bestückt gewesen. Auch in anderen europäischen Ländern sei eine solche Entwicklung zu erkennen. In Frankreich habe der Diesel-Anteil bei Neuwagen in Spitzenzeiten sogar bei über 70 Prozent gelegen. Dieser Wert habe sich mittlerweile in etwa halbiert.

Profitiert hätten von diesem Trend Fahrzeuge, die mit einem Benzinmotor betrieben würden. Ein Trend hin zu rein elektrisch betriebenen Autos oder Plug-in-Hybriden sei zwar erkennbar, befinde sich aber noch im Anfangsstadium. Ende 2016 seien laut der Internationalen Energieagentur (IEA) gerade einmal rund 2 Millionen solcher Fahrzeuge auf den weltweiten Straßen unterwegs gewesen - weniger als 0,2 Prozent aller Fahrzeuge.

Der große Profiteur des Trends - weg vom Dieselmotor, hin zum Benzinmotor - sei Palladium, denn Palladium werde vorwiegend bei der Herstellung von Katalysatoren für Benzinmotoren eingesetzt. Die Abgasreinigung eines Benzinmotors sei weniger kompliziert, weshalb ein Katalysator bereits mit recht geringen Mengen eines Palladium-Rhodium-Gemischs gut funktioniere. Die Palladium-Nachfrage aus der Automobilindustrie nehme bereits seit einigen Jahren kontinuierlich zu, und nicht erst seit dem Dieselskandal. Das Interessante daran: Die Platin-Nachfrage stagniere seit dem Jahr 2010, obwohl die weltweiten Neuwagenverkäufe seither um mehr als 30 Prozent gestiegen seien. Im Jahr 2009 habe eine Feinunze Platin noch gut fünfmal so viel wie eine Feinunze Palladium gekostet. Genauer gesagt habe der Platinpreis am 2. März 2009 bei 1.055 US-Dollar notiert, während eine Feinunze Palladium für 190,50 Dollar zu haben gewesen sei.

Dieser enorme Preisunterschied habe die Forschungsabteilungen der Automobilhersteller und Katalysator-Produzenten dazu motiviert, auch das vorwiegend bei der Herstellung von Abgaskatalysatoren für Dieselmotoren eingesetzte Platin zu ersetzen. Wegen der deutlich höheren Anforderungen an die Abgasreinigung bei Dieselmotoren würden höhere Mengen eines Platin-Palladium-Gemischs eingesetzt. Der Palladium-Anteil habe im Jahr 2007 nach Angaben von Johnson Matthey jedoch gerade einmal rund 10 Prozent betragen. Mittlerweile könne deutlich mehr Palladium "beigemischt" werden. Jedoch stoße die Physik ab einem bestimmten Palladium-Anteil an ihre Grenzen, da der Wirkungsgrad zu stark sinke.

Platin sei das deutliche bessere Edelmetall, wenn es um die katalytischen Eigenschaften gehe. Vor einigen Jahren sei der enorme Preisunterschied zu Palladium jedoch ein erheblicher Nachteil für Platin gewesen. Jedes Gramm Platin, das durch Palladium habe ersetzt werden können, habe einen Katalysator in der Herstellung billiger gemacht. Dieser Nachteil sei mittlerweile aber behoben, denn am 27. September sei das Platin-Palladium-Ratio unter 1 gesunken, womit Platin erstmals seit September 2001 wieder günstiger zu haben gewesen sei als Palladium. Die Motivation der Forschungslabore, künftig weiterhin Platin, das aus katalytischer Sicht bessere und mittlerweile auch billigere Edelmetall, durch Palladium zu ersetzen, dürfte somit nicht mehr länger vorhanden sein. Die Platin-Nachfrage könnte somit mittel- bis langfristig wieder zunehmen.

Ein weiterer Pluspunkt für Platin dürften die immer strenger werdenden Umweltauflagen sein, denn wie anfangs erwähnt, könnten bessere Abgaswerte nur durch eine erhebliche Kraftstoffersparnis oder eine höhere Menge an Edelmetallen im Katalysator erreicht werden. Die EU-Kommission habe auf der gerade zu Ende gegangenen UN-Klimakonferenz in Bonn beschlossen, dass 2025 neu auf den Markt kommende Fahrzeuge 15 Prozent weniger CO2 ausstoßen müssten als 2021. Bis 2030 sollten es dann 30 Prozent weniger sein. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks habe sich im Anschluss unzufrieden gezeigt und gesagt: "Die vorgeschlagenen CO2-Grenzwerte sind leider alles andere als ambitioniert". Dies zeige, dass den Autobauern künftig noch strengere Umweltauflagen bevorstehen könnten. Der in Abgaskatalysatoren für Dieselmotoren in den vergangenen Jahren sukzessive erhöhte Palladium-Anteil könnte dann wieder zurückgeführt werden. Aber auch in der Abgasreinigung von Benzinmotoren könnte Platin künftig Einsatz finden. Erst recht, wenn Platin günstiger als Palladium bleibe.

Für weiter steigende Palladium-Notierungen spreche wiederum nicht nur die Nachfrage, die auch in den nächsten Jahren hoch bleiben sollte. Bei Palladium könnte auch das Angebot zu einem Problem werden. Laut Johnson Matthey dürfte 2017 bereits das sechste Jahr in Folge ein Angebotsdefizit am Palladium-Markt vorliegen. Bisher sei das Defizit durch die extrem hohen Lagerbestände Russlands ausgeglichen worden, jedoch seien die Lager bald leer. Dass sich der Platinpreis weiterhin so viel schlechter entwickeln werde als Palladium, sei aus den genannten Gründen eher unwahrscheinlich. (Ausgabe Dezember 2017) (07.12.2017/zc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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