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Rohölmarkt: Knappheitssorgen nachgelassen


14.05.2019 - 14:58:00 Uhr
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Seit Ende April haben die Knappheitssorgen am globalen Rohölmarkt nachgelassen, so die Analysten der DekaBank.

Die gesunkenen Ölpreise seien ein Zeichen dafür, dass die Marktteilnehmer das Ende der Ausnahmen bei den US-Sanktionen gegen den Iran kaum als Bedrohung für die weltweite Ölversorgung ansehen würden. Dies erscheine plausibel, denn einige Ölproduzenten wie Saudi-Arabien oder Russland hätten freie Produktionskapazitäten, um entstehende Angebotslücken zu füllen. Die Entscheidung der OPEC+ über die Verlängerung der Produktionskürzungen dürfte Ende Juni fallen. Die Anhebung der Zölle auf chinesische Exporte in die USA habe die Sorgen um die Weltwirtschaft und um die weltweite Ölnachfrage verstärkt. Die Analysten würden allerdings davon ausgehen, dass die Weltkonjunktur hierdurch kaum gebremst werde. Die Zunahme der weltweiten Ölnachfrage dürfte in diesem Jahr weitestgehend durch den Anstieg der US-Ölförderung gedeckt werden können.

Während am Ölmarkt zur Jahresmitte 2018 - auch aufgrund der erwarteten US-Sanktionen gegen den Iran - noch Angst vor Knappheit geherrscht habe, habe sich dies gegen Ende 2018 umgekehrt. Einige große Produzenten wie Saudi-Arabien, Russland und die USA hätten ihre Ölförderung im Verlauf von 2018 ausgeweitet, um die iranische Angebotslücke zu füllen. Mit dem faktischen Wegfall der Sanktionseffekte gegen den Iran (aufgrund umfangreicher Ausnahmen) sei der globale Ölmarkt Ende 2018 überraschend in eine Überversorgung gerutscht. Deshalb hätten die OPEC-Länder zusammen mit Russland ab 2019 eine Produktionsdrosselung beschlossen, die den weltweiten Ölmarkt im ersten Quartal 2019 wieder weitgehend ins Gleichgewicht gebracht habe. Nach der Ankündigung des Endes der Ausnahmen bei den Sanktionen gelte es nun, diese Balance zwischen globaler Nachfrage und globalem Angebot zu halten.

Die weltweite Nachfrage nach Rohöl dürfte in den kommenden Jahren aufgrund der geringeren Wachstumsdynamik nur moderat zunehmen. Nicht zuletzt wegen der stark steigenden US-Ölförderung sei für den Prognosezeitraum kein Versorgungsengpass am Rohölmarkt zu erwarten. Die Analysten würden damit rechnen, dass der Ölpreis bis Ende 2020 im Durchschnitt etwas über 60 US-Dollar verharren werde, wobei auch mittelfristig ein nennenswerter Preisaufschlag der Sorte Brent gegenüber WTI bestehen bleiben werde. (Ausgabe Mai/ Juni 2019) (14.05.2019/ac/a/m)




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