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Rohöl: 2020 - Auskömmliche Angebotslage zwingt OPEC zum Handeln


14.01.2020 - 13:20:33 Uhr
Nord LB

Hannover (www.rohstoffecheck.de) - Die volatile Preisentwicklung an den globalen Ölmärkten wurde im Jahr 2019 meist von geopolitischen Faktoren unterschiedlichster Couleur maßgeblich geprägt, so Markus Schweizer und Niklas von Perbandt von der NORD/LB.

Einerseits hänge der sino-amerikanische Handelskonflikt seit Mai wie ein Damoklesschwert über den Ölnotierungen. Ein Einbruch der globalen Konjunktur würde die Rohölnachfrage tief greifend in Mitleidenschaft ziehen. Entsprechend sensibel hätten die Ölnotierungen auf Tweets aus dem Weißen Haus reagiert. Anderseits hätten die Spannungen nahe der Straße von Hormus eine positive Kursentwicklung des schwarzen Goldes begünstigt, da sich in der Folge am Markt die zunehmende Sorge eines möglichen Angebotsdefizits etabliert habe. Nach dem historischen Drohnenangriff auf, für den globalen Ölmarkt bedeutende, Produktionsstätten in Saudi-Arabien hätten die Sorgen in der Folgezeit wieder etwas abgenommen. Die Angebotsrisiken durch mögliche Eskalationen im Mittleren Osten würden jedoch auch in 2020 weiterhin latent vorhanden sein.

Im Jahresmittel würden die Analysten der NORD/LB für 2020 einen Rohölpreis von rund USD 60 (Brent) erwarten. Verglichen mit dem Bloomberg Marktkonsens würden sie hiermit eine etwas pessimistischere Markteinschätzung vertreten. Grundlage hierfür sei angesichts der oben genannten geopolitischen Unwägbarkeiten eine moderatere Wachstumsdynamik in der globalen Erdölnachfrage.


Gleichzeitig würden die Analysten der NORD/LB analog zu den Projektionen der Energieagenturen EIA und IEA ein merkliches Non-OPEC-Fördermengenwachstum in 2020 erwarten. Alleine das Schieferölwachstum der USA werde ohne einen merklichen Rückgang der Bohraktivitäten aufgrund einer angespannten Kapitalausstattung der Produzenten mit rund 2 Millionen Barrel pro Tag (bpd) erwartet und liege damit fast doppelt so hoch wie das erwartete globale Nachfragewachstum. Zusätzlich würden wachsende Offshore-Fördermengen (Brasilien und Norwegen) in den Markt drängen. Hierdurch würden die Analysten der NORD/LB in 2020 ohne eine effektive Mengenverknappung der OPEC+ ein fundamentales Überangebot an den Ölmärkten erwarten, welches die Preise belasten dürfte.

Gleichwohl habe die OPEC+ mit dem Beschluss weiterer Fördermengenbeschränkungen Anfang Dezember dokumentiert, dass das Kartell nicht gedenke zu dem zu werden, was sein namensgebender Energieträger bereits sei - ein Fossil aus vergangenen Tagen. Mit der bisher größten Fördermengenkürzung von insgesamt 2,1 Mio. bpd (bisher 1,2 Mio. bpd) wolle die OPEC+ dem drohenden Überangebot im tendenziell nachfrageschwächeren ersten Quartal entgegenwirken.

Der Erfolg der geplanten Produktionsdrosselung mit entsprechendem Effekt auf die Ölpreise bedinge jedoch die Förderdisziplin der einzelnen Mitgliedsstaaten. Sollte diese nicht gewährleistet sein, stehe die offene Drohung Saudi-Arabiens im Raum, wiederholte Quotenverstöße nicht zu dulden und selbst mehr zu produzieren. In diesem Fall bestünden deutliche Abwärtsrisiken für die Ölpreise. Eine wichtige Bedeutung komme daher dem nichtregulären OPEC-Treffen Anfang März 2020 zu, bei dem die vorherrschenden Rahmenbedingungen sowie die Wirksamkeit der laufenden Förderbeschränkungen evaluiert würden. Je nach Ausgestaltung zukünftiger Maßnahmen könnten diese eine merkliche Trendänderung im Ölpreis verursachen.

Gleichwohl sei es der OPEC seit den ersten Fördereinschränkungen zum Jahreswechsel 2016/17 durchaus gelungen, negativ tendierende Preise durch entsprechende Beschlüsse zu unterbinden und hiermit die Versorgungslage am Ölmarkt auszubalancieren. Im Basisszenario sähen die Analysten der NORD/LB Brent bis Ende 2020 entsprechend entlang der Marke von USD 60, wobei die Abwärtsrisiken gegenüber den Aufwärtspotenzialen dominieren dürften. (Ausgabe Jahresausblick 2020) (14.01.2020/rc/a/e)






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