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Spekulative Ölpreisrally könnte jähes Ende finden


06.04.2020 - 15:35:32 Uhr
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - In der Doppelkrise aus dem Corona-bedingten Nachfrageeinbruch und dem angebotsseitigen Preiskrieg führender Ölexporteure kämpfen die Ölmärkte seit Wochen mit einem beispiellosen Angebotsüberschuss, so die Analysten der NORD LB.

Die Ölpreise hätten hierdurch im März mehr als die Hälfte ihres Werts verloren. Nun habe die Ansetzung eines Krisentreffens der OPEC+ sowie optimistische Aussagen von US-Präsident Trump hinsichtlich einer zeitnahen Fördermengenkürzung zu einer enormen Rally geführt. Brent habe dabei binnen fünf Tagen um 37,5% zugelegt und am Freitag bei USD 33,74 pro Fass geschlossen. Nach der Verschiebung des für diesen Montag angesetzten Treffens der Ölstaaten auf Donnerstag hätten die Preise am aktuellen Rand wieder nachgegeben.

Die Analysten der NORD LB würden die Kurssprünge der vergangenen Tage als hochgradig spekulativ und aus mehreren Gründen mit großen Unsicherheiten verbunden sehen. Die IEA schätze die täglichen Konsumeinbußen im Q2 auf ca. 20 bis 25 Mio. bpd. Selbst bei einem Zustandekommen einer von US-Präsident Trump kolportierten Fördermengenkürzung um 10 bis 15 Mio. bpd dürften die Märkte weiterhin einem deutlichen Angebotsüberschuss gegenüberstehen, womit negativer Preisdruck impliziert bleibe.

Darüber hinaus sei eine Einigung auf derartig historische Fördermengeneinschränkungen alles andere als sicher. Die führenden Ölexporteure Saudi-Arabien und Russland dürften wenig Interesse daran haben, die Fördermengen ohne die Beteiligung weiterer non-OPEC+-Staaten und insbesondere ohne eine US-amerikanische Beteiligung zu reduzieren. Donald Trump habe zwar angekündigt, er werde alles Notwendige tun um die heimische Öl-und Gasindustrie vor Insolvenzen zu bewahren und habe etwa die Einführung von Importzöllen auf Rohöl ins Gespräch gebracht, habe jedoch die Erwähnung eigener Produktionskürzungen vermieden und stattdessen betont, dass sich die OPEC-Staaten ohne Fördermengenkürzungen bloß ins eigene Fleisch schneiden würden. Mit ihren Devisenreserven dürften Saudi-Arabien und Russland womöglich jedoch einen längeren Atem haben als die US-Schieferölindustrie (siehe Insolvenz von Whiting Petroleum). Weitere Schieferölproduzenten dürften folgen, sollte ein Fördermengendeal und eine Preiserholung ausbleiben. Dies sei der OPEC bewusst. Im Wochenverlauf dürften die Preise sehr sensibelauf jegliche Signale aus den USA und von Seiten der OPEC+ reagieren. Fundamental würden die Abwärtsrisiken überwiegen. (06.04.2020/ac/a/m)




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