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OFI Precious Metals Fund: Platin und Palladium werden in der Automobilindustrie immer wichtiger


14.09.2020 - 12:00:00 Uhr
OFI Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Platin und Palladium sind zwei Edelmetalle, die sich sehr unterschiedlich entwickeln, so Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Fund (ISIN FR0011170182/ WKN A1J4GP) bei OFI Asset Management.

Platin und Palladium hätten die volle Wucht der Pandemie zu spüren bekommen. Die beiden Metalle würden in der Automobilindustrie bei der Herstellung von Katalysatoren eingesetzt. Der Bedarf sei dementsprechend mit dem massiven Einbruch der Verkaufszahlen eingebrochen. Die Industrie insgesamt sei weniger betroffen gewesen. Aber die Auswirkungen könnten noch sichtbar werden, z.B. in der Petrochemie, wenn Raffinerien stillgelegt würden, wo Platin ebenfalls für Katalysatoren verwendet werde. Nach einem starken Jahresbeginn sei der Markt massiv abgesackt. Seit Mai seien die Anleger aber wieder zurückgekehrt. Allein die ETF-Käufe hätten sich auf mehr als 100.000 Unzen belaufen. Auf der Angebotsseite sei die Platinproduktion aufgrund des Lockdowns in Südafrika eingebrochen. Auch Palladium habe darunter gelitten. Die Produktion sei allerdings weniger stark zurückgegangen, weil Russland als weltweit führender Hersteller weiter produziert habe. Die Pandemie habe auch enorme Auswirkungen auf die Recyclingkette beider Metalle gehabt: Sinkende Fahrzeugverkäufe hätten weniger Verschrottung und Wiederverwertung bedeutet.

Die Ausgangslage der beiden Metalle vor der Krise sei sehr unterschiedlich gewesen. Platin werde im Wesentlichen im Schmucksektor und zur Herstellung von Katalysatoren für Dieselfahrzeuge verwendet. Platinpreise seien in der Regel höher als Gold, hätten aber aufgrund der Dieselskandale, etc. den Boden unter den Füßen verloren und 2019 bei 550 Dollar pro Unze unter dem Goldpreis gelegen. Doch dann habe sich wieder ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage eingestellt. 2019 sei der Platinpreis um 20% gestiegen.

Palladium werde dagegen hauptsächlich zur Herstellung von Katalysatoren für Benzinfahrzeuge verwendet. Die Nachfrage sei also im Gegenzug extrem angestiegen. Der Markt habe sich 2019 das achte Jahr in Folge in einer Defizitsituation wegen eines geringeren Angebots befunden. 2020 werde wahrscheinlich trotz der außergewöhnlichen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Umstände das neunte Jahr werden. Seit 2009 sei der Palladiumpreis um mehr als 900% gestiegen, 2019 habe er weitere 60% zugelegt. Seit Anfang 2020 bis Stand 10. August seien es nochmal 19% gewesen.


Langsam würden sich einige Automobilmärkte wieder erholen. Umweltprämien würden die Elektromobilität fördern. In Europa sei allerdings die Plug-in-Hybridtechnologie dabei, die reine Elektrotechnologie zu überholen. Dies sei für die Metalle Platin und Palladium eine wichtige Nachricht. Hybridfahrzeuge würden im Gegensatz zu Elektroautos einen Katalysator benötigen, also würden noch mehr Platin und Palladium benötigt. Eine weitere mobilitätsbezogene Technologie könnte dem Platinmarkt ebenfalls große Impulse geben: Die Brennstoffzelle. Solche Motoren würden mit Wasserstoff betrieben und würden zum Betrieb eine große Menge Platin benötigen. Die Hersteller würden alles tun, um die Menge an Platin wegen der hohen Kosten zu begrenzen. Der Verbrauch könnte dennoch steigen. Denn auch strengere Umweltnormen im Hinblick auf die maximal zulässigen CO2-Emissionen pro Fahrzeug würden die Automobilhersteller zwingen, die katalytische Leistung ihrer Auspuffrohre zu erhöhen.

Neben all diesen strukturellen Faktoren könnte die finanzielle Nachfrage nach diesen beiden Metallen entscheidend dafür sein, ob ihr Aufwärtspotenzial zum Tragen komme. Palladium habe in dieser Hinsicht einen eindeutigen Vorteil. Bei Platin dagegen seien einige Bergbaukonzerne schon vor der Krise dabei gewesen, ihre Betriebe zu verkleinern, weil die Preise in den letzten Jahren so stark gefallen seien. Die südafrikanische Platinproduktion könnte 2020 um mindestens 20% schrumpfen, während die Palladiumproduktion wohl weniger stark zurückgehen werde.

Kurzfristig könnten Platin- und Palladiumpreise weiter an Boden gewinnen, wenn sich die Automobilindustrie wieder erhole. Mittelfristig würden Fortschritte bei den Umweltvorschriften und in der Hybrid-Elektromobilität die Nachfrage ebenfalls steigern. Eine schrumpfende Produktion aufgrund der Lockdowns sowie das Thema Recyclingkette würden sich zudem weiterhin positiv auf die Preise der Edelmetalle auswirken - für Investoren also attraktiv.

Der von Benjamin Louvet verwaltete UCITS-Fonds OFI Precious Metals investiere konstant zu 35 Prozent in Gold und jeweils zu 20 Prozent in Silber, Platin und Palladium. Die restlichen fünf Prozent des Portfolios seien in Eurodollar investiert (3-Monats-LIBOR). Dieser Ansatz ermögliche Anlegern einen breiten Zugang zu den wichtigsten Edelmetallen über Swaps, denn Louvet investiere nicht in die Rohstoffe selbst. Der 2012 aufgelegte Fonds sei in Euro währungsgesichert und börsentäglich liquide. (14.09.2020/fc/a/f)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:







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