|
Analysen - Edelmetalle
|
02.09.2010
Gold als traditionelle Anlage der Privaten in Indien und China
fairesearch
|
www.rohstoffecheck.de
|
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Ähnlich wie sich an den Börsen Westeuropas die Trends graduell an der Wall Street orientieren, hängen die Aktienmärkte in Bombay (Mumbai) und Shanghai in hohem Maße vom Verhalten ausländischer Anleger ab, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Und diese Anleger würden sich schon seit Jahresbeginn zurückhalten, so dass sich an den Aktienbörsen in dieser Zeit keine sonderliche Performance eingestellt habe. Der in beiden Schwellenländern seit Jahren anhaltende Konjunkturaufschwung habe sich auf den Wohlstand der privaten Haushalte entsprechend ausgewirkt, doch im Spar- und Anlageverhalten stünden weiter traditionelle Anlageformen im Vordergrund, insbesondere Immobilien und Edelmetalle. Bei letzteren spiele eine saisonale Komponente eine große Rolle. Auf den bevorstehenden Nachfrageschub stelle sich der Handel in der Regel ab Ende August mit einer Aufstockung seiner Bestände ein.
Das chinesische Neujahrsfest sei als wichtigster chinesischer Feiertag ein Clan- und Familienfest vor allem in Ostasien (China, Taiwan, Vietnam, Korea, Mongolei), zusätzlich jedoch auch weltweit in Gebieten mit großen Bevölkerungsteilen ethnischer Chinesen (Thailand, Singapur, Malaysia, Indonesien, Philippinen oder Übersee). Jedes Jahr setze anlässlich dieses Festes die größte regelmäßige Migrationsbewegung der Welt ein. In Indien stehe von Oktober bis Dezember die jährliche Hochzeitssaison bevor. Jede Frau, beziehungsweise heiratsfähiges Mädchen, sehe zumindest aus materieller Sicht einen ehernen Grundsatz: Zur Absicherung von Zukunft und Alter müsse man Gold besitzen. Zu Diwali, dem hinduistischen Lichterfest (zu Ehren von Lakshmi, Göttin von Reichtum und Schönheit) würden sich traditionell viele Inder dazu mit Gold beschenken.
Die jährliche Nachfrage der Schmuckindustrie nach Gold belaufe sich weltweit auf circa 1.900 t. Indien und China würden davon rund 45% stellen (Quelle: WGC). Weitere wichtige Nachfrager seien Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Hongkong und Vietnam. Identifizierbare Investments in Gold schätze das WGC im letzten Jahr auf 900 t. Letzte Woche hätten die Regierungen in China und Indien beschlossen, den Handel und den privaten Besitz von Gold zu liberalisieren.
Die privaten Haushalte in beiden Ländern würden zu den sparfreudigsten in der ganzen Welt zählen. Mit sich fortsetzendem Wirtschaftswachstum sei auch mit anhaltend starker Nachfrage zu rechnen. (02.09.2010/ac/a/m)
|