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Analysen - Energie
14.01.2020
USA-Iran-Konflikt gibt die Richtung vor - Erneuter Ölpreisanstieg unwahrscheinlich, aber möglich
BNP Paribas

www.rohstoffecheck.de

Bad Marienberg (www.rohstoffecheck.de) - Mit der Tötung des hochrangigen iranischen Generals Qasem Soleimani vor knapp einer Woche ist sie wieder in den Köpfen zahlreicher Anleger, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Die Rede sei von der Angst vor einer neuen Ölkrise. Nicht ganz unberechtigt, schließlich könnten Beeinträchtigungen bei der Ölproduktion und -lieferung den Preis des Schmierstoffs schnell in die Höhe treiben.

Einschränkungen dieser Art seien zwar bisher noch nicht aufgetreten, doch allein die Möglichkeit, dass dieses Szenario eintreten könnte, habe ausgereicht, um den Preis der Nordseesorte Brent Anfang der vergangenen Woche zwischenzeitlich auf über 70 Dollar je Barrel zu befördern. Nachdem sich der Ölpreis daraufhin ein wenig beruhigt habe, sei er in der Folge des iranischen Vergeltungsangriffs gleich noch einmal angestiegen, um anschließend wieder nachzugeben. Sollte die Lage zwischen den USA und Iran nicht nochmals eskalieren, sei ein erneuter, kräftiger Ölpreisanstieg nicht das wahrscheinlichste Szenario.

Zwar hätten Ende letzten Jahres die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) und zehn weitere Förderstaaten eine Kürzung der Ölförderung beschlossen - und zwar um täglich 500.000 Barrel bis März 2020. Doch trotz dieser Drosselung könnte - aufgrund der überschaubaren Nachfrage - der Angebotsüberhang bestehen bleiben. Vor diesem Hintergrund erscheine ein deutlich steigender Ölpreis nicht allzu wahrscheinlich. Aber: Die vergangenen Tage hätten gezeigt, dass in Krisenzeiten fundamentale Daten eine untergeordnete Rolle spielen würden. Mit anderen Worten: Eskaliere die Lage zwischen den USA und Iran erneut, dürfte auch der Ölpreis wieder zulegen. (Ausgabe vom 10.01.2020) (14.01.2020/rc/a/e)


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