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Krypto-Tracker verzeichnen weltweit zuletzt hohe Abflüsse - in Europa aber Zuflüsse


11.04.2025 - 10:40:20 Uhr
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die am vorgestrigen Mittwoch von US-Präsident Trump verkündete 90-Tage-Zollpause hat auch bei den Kryptowährungen für eine Trendwende gesorgt - wenn auch weniger spektakulär als am Aktienmarkt, so die Deutsche Börse AG.

Der Bitcoin, der zuvor unter 77.000 US-Dollar gehandelt worden sei, koste am Donnerstagmorgen wieder 82.000 US-Dollar. Das Allzeithoch von 109.000 US-Dollar aus dem Januar bleibe aber weit entfernt. Ethereum werde aktuell um 1.614 US-Dollar gehandelt, nach im Hoch über 4.000 US-Dollar, Solana um 117 US-Dollar nach 292 US-Dollar. Damit würden sich Krypto-Währungen einmal mehr eher im Einklang mit Tech-Werten bewegen, nicht als "sicherer Hafen".

Trump habe vorgestern gerade in Kraft getretene Zölle für 90 Tage ausgesetzt, allerdings nicht für China. Laut André Dragosch vom Emittenten Bitwise hätten die Entwicklungen in der US-Handelspolitik schon Mitte März die wirtschaftliche Stabilität erheblich infrage gestellt. "Die am "Liberation Day" verkündeten aggressiven neuen Zölle übertrafen allerdings die Erwartungen - oder Befürchtungen - der Marktteilnehmer um ein Vielfaches", erkläre er. Das habe entsprechend hohe Wellen auf den Märkten geschlagen, für traditionelle und digitale Vermögenswerte gleichermaßen.

Weltweit Abflüsse aus Krypto-Trackern


Dazu seien die Sorgen vor wieder steigender Inflation in den USA gewachsen, Zinssenkungen der US-Notenbank würden als unwahrscheinlicher gelten. Das mache die zinslosen Kryptowährungen unattraktiver. Weltweit seien WisdomTree zufolge im März 744 Millionen US-Dollar aus physisch besicherten Bitcoin-ETNs abgeflossen. Für Europa registriere der Emittent allerdings Zuflüsse. "Wir sehen starke Divergenzen im regionalen Anlegerverhalten", bemerke Dovile Silenskyte von WisdomTree. Auch bei Ethereum-Trackern zeige sich dieser Trend mit weltweiten Abflüssen und Zuflüssen in Europa.

Im Handel mit Krypto-ETNs sei in einem von ansonsten extrem hohen Umsätzen geprägten Umfeld allerdings nicht viel los, wie Händler melden würden. "Es ist ruhig, die Anleger scheinen durch die bisherigen Kurseinbrüche schon abgehärtet zu sein", erkläre Ivo Orlemann von der ICF Bank. "Wenn gehandelt wird, dann meist Bitcoin-ETNs." Auch Leo Puschmann von Lang & Schwarz melde niedrige Umsätze.

Basis für nachhaltigen Anstieg?

Die Emittenten würden - ihrer Rolle entsprechend - bezüglich der weiteren Entwicklung von Kryptowährungen zuversichtlich bleiben: "Sobald sich der makroökonomische Nebel lichtet, könnte der Wandel im Ton der US-Regulierungsbehörden den Weg für eine neue Dynamik ebnen", erkläre Maximiliaan Michielsen von 21Shares. "Der Weg nach vorne mag kurzfristig noch holprig sein, aber das Ziel bleibt unverändert: ein stärker integriertes, institutionalisiertes und letztlich widerstandsfähiges Krypto-Ökosystem."

Dragosch von Bitwise verweise auf die hohen Zuflüsse in US-Spot-ETFs seit Jahresbeginn. "Langfristige Investoren passen im Hintergrund still und leise ihre Positionen an - in Erwartung einer zunehmend fragmentierten Weltordnung, in der Kryptowährungen eine größere Rolle spielen könnten." Für Silenskyte von WisdomTree könnte die Konsolidierung Basis sein für einen nachhaltigen Anstieg, auch wegen der Pläne von Trump in Sachen Bitcoin-Reserve. "Zwar ist der anfängliche Umfang der Reserve mit schätzungsweise 200.000 Bitcoins relativ bescheiden, die symbolische und geopolitische Bedeutung ist aber bedeutend."

Laut Kryptoanalyst Timo Emden von Emden Research könnte mit der gestrigen Entscheidung zwar der Startschuss für eine Erholungsrally gefallen sein. Der Zollstreit sei aber alles andere als vom Tisch. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben" laute somit die Devise. (Ausgabe vom 10.04.2025) (11.04.2025/fc/a/m)





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